EFT-Tapping
- jilltaugwalder

- 16. Apr.
- 3 Min. Lesezeit
Als Kind hatte ich starke Prüfungsangst.
Vor jeder einzelnen Prüfung war ich unglaublich nervös –
mein Körper angespannt, meine Gedanken laut, und dieses Gefühl, als würde alles zu viel werden.
Und weil es in der Schule ständig Prüfungen gab, kam dieses Gefühl immer wieder.
Mein Vater hat dann nach solchen Momenten etwas mit mir gemacht,
das ich damals nicht wirklich verstanden habe: EFT Tapping.
Er hat mich dazu gebracht, bestimmte Punkte an meinem Körper zu klopfen
und dabei Sätze zu sagen wie:
„Auch wenn ich gerade nervös bin, liebe und akzeptiere ich mich so, wie ich bin.“
Ganz ehrlich: Ich hatte oft keine Lust darauf.
Manchmal hat es sich eher wie ein Müssen angefühlt als wie etwas, das ich freiwillig gemacht hätte.
Aber ich erinnere mich an das Gefühl danach.
Es war, als wäre etwas leichter. Ruhiger. Freier.
Ich bin danach mit dem Fahrrad zur Schule gefahren und habe mich… irgendwie gelöst gefühlt.
Als hätte sich etwas in mir entspannt, ohne dass ich genau erklären konnte, warum.
Heute verwende ich diese Methode selbst, ohne dass mich mein Vater überreden muss.
Und genau deshalb möchte ich diese Methode mit dir teilen.

Was ist EFT Tapping?
EFT (Emotional Freedom Techniques), auch bekannt als Klopfakupressur,
ist eine Methode, bei der du mit den Fingerspitzen sanft auf bestimmte Punkte deines Körpers klopfst, während du dich gleichzeitig auf ein Gefühl oder Thema konzentrierst.
Diese Punkte stammen aus der Meridianlehre der traditionellen chinesischen Medizin.
Statt Nadeln – wie bei der Akupunktur – wird hier geklopft.
Gleichzeitig sprichst du bestimmte Sätze oder richtest deine Aufmerksamkeit bewusst auf das,
was gerade in dir präsent ist.
So entsteht eine Verbindung zwischen Körper, Emotion und Gedanken –
und genau darin liegt die besondere Wirkung dieser Methode.
Wofür kann EFT Tapping genutzt werden?
EFT ist vielseitig einsetzbar und kann dich in unterschiedlichen Situationen unterstützen:
bei Stress und innerer Unruhe
bei Ängsten, wie z. B. Prüfungsangst
bei emotionaler Überforderung
beim Lösen von blockierenden Glaubenssätzen
zur Stärkung deines Selbstwerts
zur Regulation deines Nervensystems im Alltag
Gerade weil EFT so einfach anzuwenden ist, kannst du es jederzeit nutzen –
auch in kleinen Momenten zwischendurch,
wenn sich etwas in dir eng oder schwer anfühlt.
Warum EFT Tapping helfen kann
Beim Tapping passiert auf mehreren Ebenen gleichzeitig etwas.
Dein Nervensystem wird beruhigt
Durch das sanfte Klopfen sendest du deinem Körper ein Signal von Sicherheit.
Stressreaktionen können sich dadurch spürbar reduzieren.
Du bleibst in Kontakt mit deinem Gefühl – ohne dich zu verlieren
Du gehst bewusst in das hinein, was gerade da ist, und gleichzeitig bleibt dein System reguliert.
Dein Körper lernt: Ich kann das fühlen und bin trotzdem sicher.
Alte Verknüpfungen lösen sich
Dein Gehirn beginnt, das belastende Thema neu abzuspeichern –
ohne die gleiche emotionale Intensität.
Anleitung: So funktioniert EFT Tapping
1. Wähle ein konkretes Thema
Zum Beispiel:
„Ich fühle mich gerade gestresst“ oder „Ich fühle dieses unangenehme Gefühl …“
Je konkreter du bist, desto besser kann dein System darauf reagieren.
2. Bewerte die Intensität
Auf einer Skala von 0–10
0 = neutral, 10 = sehr intensiv
3. Setup-Satz (Handkante)
Klopfe sanft auf die Seite deiner Hand und sage 3x:
„Auch wenn ich mich gerade ___ fühle, liebe und akzeptiere ich mich so, wie ich bin.“
Du kannst die Worte so anpassen, dass sie sich für dich stimmig anfühlen –
das ist wichtiger als jede „perfekte“ Formulierung.
4. Klopfrunde
Klopfe jeweils 5–10 Mal auf folgende Punkte:
Augenbraue
Seite des Auges
Unter dem Auge
Unter der Nase
Kinn
Schlüsselbein
Unter dem Arm
Kopfkrone
Währenddessen hast du zwei Möglichkeiten.
Kurze Erinnerungssätze:
z. B. „Diese Nervosität“, „Dieser Stress“, „Ich spüre das gerade“
Oder der ganze Satz:
Du kannst auch den vollständigen Satz immer wieder wiederholen, zum Beispiel:
„Auch wenn ich mich gerade nervös fühle, liebe und akzeptiere ich mich so, wie ich bin.“
Oder mach gerne auch ein "Misch-Masch".
Alles ist vollkommen richtig – spüre, was sich für dich gut anfühlt.
5. Atmen & nachspüren
Atme tief ein und aus und nimm wahr, wie es dir jetzt geht.
Bewerte die Intensität erneut.
Wenn noch etwas da ist, kannst du einfach eine weitere Runde machen.
6. Sanfte neue Ausrichtung (optional)
Wenn sich dein System etwas beruhigt hat, kannst du unterstützende Sätze einbauen:
„Ich darf mich entspannen“
„Ich bin sicher“
„Mein Körper darf loslassen“
Fazit
EFT Tapping ist keine Technik, die etwas in dir „wegmachen“ möchte.
Es ist vielmehr eine Einladung, dir selbst in dem zu begegnen, was gerade da ist –
ehrlich, ohne Druck und ohne Widerstand.
Vielleicht genau so, wie ich es damals als Kind erlebt habe:
Nicht perfekt. Nicht immer freiwillig. Aber spürbar wirksam.
Und manchmal reicht genau das.
Ein Moment, in dem es etwas leichter wird. Etwas ruhiger. Etwas freier.
Und von dort aus darf sich alles weiter entfalten. ✨




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